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Terrence Malick erzhlt die Geschichte des unbekannten Helden Franz Jgersttter als allegorisches Widerstandsdrama ber den Mut, seinem Gewissen treu zu bleiben.

Ein verborgenes Leben

Deutschland, USA, 2019
Regie und Drehbuch: Terrence Malick

Frei ab 12 Jahren,
frei ab 6 Jahren in Elternbegleitung,
174 Minuten

Eintrittspreis: 9,00 Euro,
ermigt: 8,00 Euro,
Kulturticket: 6,00 Euro


Pfeil Nur MI 23.9. um 19.30 Uhr


Bis weit nach Ende des Zweiten Weltkriegs war die Geschichte, war das Schicksal von Franz Jgersttter praktisch unbekannt. Erst in den 60ern erschien das erste Buch ber den sterreicher, der sich weigerte als Soldat einen Eid auf Adolf Hitler zu schwren und dafr 1943 wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Im Laufe der Jahre wuchs der Ruf Jgersttters, Filme wurden ber ihn gedreht, er inspirierte unter anderem Daniel Ellsberg zum Protest gegen den Vietnamkrieg und der Verffentlichung der Pentagon Papers und wurde 2007 selig gesprochen.
Wir schwebten ber den Wolken sagt August Diehl als Jgersttter ganz zu Beginn des Films, wenn er in einer der typischen inneren Monologe Terrence Malicks, das Glck beschreibt, dass er zusammen mit seiner Frau Fani (Valerie Pachner) und den gemeinsamen Kindern lebt. Hoch in der sterreichischen Bergen, im kleinen Ort St. Radegund lebt das Paar ein geradezu paradiesisches Leben, bestellt die Felder, pflckt Obst, pflegt das Vieh. Kaum 60 Kilometer nrdlich befindet sich der Obersalzberg, eines der Quartiere Hitlers, ein Kontrast, den Malick durch einige Dokumentaraufnahmen des Mannes andeutet, der Jgersttters Glaubenskrise verursacht. Denn wie jeder sterreicher wird auch er einberufen, verweigert den Eid und wird zunchst, nachdem die Anfangserfolge des Deutschen Reichs ein schnelles Kriegsende erhoffen lassen, nach Hause geschickt. Doch jedes Mal, wenn der Postbote klingend am Haus vorbeifhrt stockt Franz der Atem und bald kommt tatschlich der gefrchtete Brief. Der Krieg geht weiter, Franz muss wieder in die Kaserne nach Enns und steht vor einer folgenschweren Entscheidung: Soll er seinem Gewissen folgen und den Eid auf den Mann verweigern, den er als Teufel wahrnimmt? Oder soll er den Befehlen folgen und damit sein Leben retten?
Auch wenn Ein verborgenes Leben in ferner Vergangenheit spielt, ist es doch auch ein Film ber das heute. Malick mag stets ein Regisseur gewesen sein, der mit filmischen Mitteln nach Transzendenz suchte, er war aber auch immer ein politischer Regisseur. Bedenkt man, in welcher Zeit dieser Film entstanden ist, in welchem Zustand sich gerade Amerika, aber auch viele andere Staaten der Welt befinden, ist es naheliegend, ihn auch auf die Gegenwart zu beziehen. Sich massenhaftem Widerstand anzuschlieen ist leicht, dem eigenen Gewissen treu zu bleiben, schon viel schwieriger. Davon erzhlt Terrence Malick in Ein verborgenes Leben, einem stilistisch und intellektuell berwltigenden Film.

Autor: Michael Meyns
Mit freundlicher Genehmigung von
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