Wir zeigen heute,
Sonntag, den 15.12.2019:


17:30:
Mein Leben mit Amanda

17:30:
Das perfekte Geheimnis

20:00:
Maleficent: Mchte der Finsternis in 3D

20:00:
Pferde stehlen

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Diese kongeniale Umsetzung der berhmten Romanvorlage von Siegfried Lenz erzhlt auf eindringliche Weise von Deutschland in der NS-Zeit.

Deutschstunde

Deutschland 2018,
Regie: Christian Schwochow

Frei ab 12 Jahren,
125 Minuten,
Prdikat: besonders wertvoll


Pfeil Weitere Vorstellungen sind geplant!


Deutschland, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Der als schwer erziehbar geltende Siggi Jepsen ist in einer Besserungsanstalt untergebracht, doch trotzt auch hier den Lehrern. Als er zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ keinen Aufsatz verfassen kann, wird er in Einzelverwahrung gesteckt, bis die Aufgabe erledigt ist. Und so schreibt Siggi von seiner Kindheit in Schleswig-Holstein whrend der Kriegsjahre. Er berichtet von seinem Vater, der streng war und dem NS-Regime in treuem Gehorsam folgte. Und von seinem Patenonkel, dem Maler Max Nansen, der eines Tages nicht mehr malen durfte, weil seine Kunst von denen in Berlin als „krank“ bezeichnet wurde. Als Siggis Vater seinen Sohn benutzen will, um den Maler auszuspionieren, gert der Junge in einen Gewissenskonflikt.
Vor ber 50 Jahren erschien mit DEUTSCHSTUNDE einer der berhmtesten Romane von Siegfried Lenz – der sich darin nicht nur mit der NS-Zeit, sondern auch mit deren Aufarbeitung im Nachkriegsdeutschland auseinandersetzte. Regisseur Christian Schwochow und der Drehbuchautorin Heide Schwochow ist es gelungen, die dichte Atmosphre der Vorlage eindringlich auf die Kinoleinwand zu bannen. In von kalten Grautnen beherrschten, groen Bildern zeigen sie die Weite der rauen Landschaft und die Enge der Gesellschaft gleichermaen, in der die Figuren gefangen sind und in der das Leben von Zwang und Pflicht beherrscht wird. Den inneren Konflikt des Siggi Jepsen, der von seinem pflichtbesessenen Vater als Spitzel eingesetzt wird und sich irgendwann widersetzt, macht der Film ebenso greifbar wie die Situation des Malers, der seine knstlerische Freiheit ber das Malverbot stellt. Dialoge und Gesten sind reduziert, das groe Drama geschieht unterschwellig und ist doch als konstante Bedrohung sprbar, was auch an der groartigen Ensembleleistung liegt, allen voran Tom Gronau und Levi Eisenbltter, die Siggi als Jungen und jungen Erwachsenen verkrpern, Ulrich Noethen, der mit groer Intensitt die Strenge und Dominanz des Vaters darstellt, und Tobias Moretti, der den Trotz und die Verzweiflung des Malers voll ausspielt. Ein Kamerakonzept, das von langen, gleitenden Einstellungen dominiert ist, und ein kongeniales Sounddesign, in dem Sturm und Regen ebenso symboltrchtig sind wie das leise Ticken der Wanduhr und die Stille eines verlassenen Hauses, erschaffen eine perfekte filmische Umsetzung einer literarischen Vorlage, die als Geschichte auch heute ihre Bedeutung nicht verloren hat.

Quelle:
Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
  • www.fbw-filmbewertung.com


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