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Dienstag, den 16.07.2019:


20:00:
Nur eine Frau

20:00:
Pets 2 3D

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Catherine Deneuve begeistert in diesem melancholischen Film, in dem das Aufrumen im Haus zum Frhjahrsputz der Seele wird.

Der Flohmarkt von Madame Claire

Frankreich 2018,
Regie: Julie Bertuccelli

Ohne Altersbeschrnkung,
94 Minuten


Weitere Vorstellungen sind geplant!


Madame Claire (Catherine Deneuve) ist nicht mehr die Jngste. Sie lebt allein in einem herrschaftlichen Haus auf dem Lande, umgeben von Erinnerungsstcken und Antiquitten – manches sieht schon auf den ersten Blick teuer aus, darunter mechanisches Spielzeug und alte Uhren. Da Madame Claire davon berzeugt ist, den nchsten Tag nicht mehr zu erleben, trgt sie mit Hilfe einiger junger Mnner aus dem Dorf ihren ganzen Hausrat einschlielich der Mbel, Gemlde, Teppiche, Puppen und Bcher in den Hof, sie hngt ein Schild ans Tor und wartet auf Kundschaft. Die lsst nicht lange auf sich warten; es spricht sich schnell herum, dass hier wertvolle Sammlerstcke verschleudert werden. Sogar Madame Claires Tochter Marie reist an, weil eine Schulfreundin sie zu Hilfe gerufen hat, die sich Sorgen um die alte Dame macht. Marie und Claire hatten viele Jahre keinen Kontakt. Ihr Verhltnis ist offensichtlich gestrt. Whrend sich die Besucher um die Schnppchen streiten, gehen Claire und Marie, jede fr sich, auf eine Reise in die Vergangenheit, die schmerzhafte Erinnerungen weckt, aber letztlich vielleicht doch dazu fhrt, dass sich Mutter und Tochter wieder einander nhern knnen.

Madame Claire ist zwar leicht dement, aber, Deneuve sei Dank, sie ist immer noch eine Dame von Format. Und diese Dame ist ein bisschen zerstreut, bleibt aber jederzeit wrdevoll. Sogar im einfachen Sommerkleid bewahrt Catherine Deneuve eine solche Haltung, dass man sie sofort zu einer Audienz bei der Queen vorlassen wrde. Gelegentliche Blicke zeigen einen inneren Schmerz, den man ihr uerlich nicht anmerken soll. Catherine Deneuve schafft das alles, ohne dabei kitschig oder auch nur ansatzweise sentimental zu wirken. Das ist echte Starqualitt, neben der naturgem alle anderen verblassen mssen. Chiara Mastroianni hat da eine undankbare Rolle. Sie ist als Marie in beinahe allem das Gegenteil ihrer Mutter, doch hin und wieder erinnert sie in Gesten und Blicken an diese Frau, der sie vielleicht gar nicht hnlich sein will. Maries Handlungen bleiben einige Zeit rtselhaft, ebenso wie die Antwort auf die Frage, warum sie den Kontakt zur Mutter abbrach. Spter wird aus den Erinnerungen der beiden Frauen das ganze Ausma an Schuld und Schuldzuweisungen, an Verletzlichkeit und Verletzungen sichtbar. Alice Taglioni gibt der jungen Claire ebenfalls viel Eleganz und zustzlich eine Strahlkraft, die bei Catherine Deneuve schon lngst zur Persnlichkeit gehrt, aber alles andere als selbstverstndlich ist. Neben den Stars beeindruckt auch die Ausstattung: Die liebevoll zusammengestellten Automaten, Uhren, Puppen und Pppchen, die das Leben der jungen Madame Claire bereicherten und bis heute ein Teil von ihr sind. Und Fragen tauchen auf: Was bedeutet eine Sache, ein Bild oder eine Uhr fr jemanden, der damit keine Erinnerungen verbindet? Und was geschieht umgekehrt mit den Erinnerungen, wenn es keine Beziehungen mehr zu greifbaren Dingen gibt?

Autorin: Gaby Zikorski
Mit freundlicher Genehmigung von
  • www.programmkino.de
  • Weitere Vorstellungen sind geplant!